Websitevorlagen sollen den Inhaltsadministrator u.a. dabei unterstützen, vordefinierte Strukturen zu schaffen, damit eine Site nicht gleich von Anfang an ein chaotisches Eigenleben entwickelt. Daher ist es recht angenehm, dass man zunächst eine Site so "zurecktzupfen" kann, wie sie aussehen soll, und anschließend über die Websiteeinstellungen im Katalog eine Vorlage ablegen kann. Wären da nicht drei in meinen Augen sehr unangenehme Dinge, von denen ich eigentlich zwei in die Kategorie "Fehler" einordnen würde.
1. Symbolleistentyp geht verloren
Eine der Eigenschaften, die für ein Webpart eingestellt werden können, ist der Symbolleistentyp. In einigen Fällen bietet es sich an, dass hier die Option "Keine Symbolleiste" ausgewählt wird, wodurch die Ausgabe "Neues Dokument hinzufügen" unterdrückt wird. Wird die Site als Vorlage gespeichert und dann basierend auf dieser Vorlage eine neue Site angelegt, dann wird der Symbolleistentype wieder auf "Übersichtssymbolleiste" umgestellt. Dieses Verhalten würde ich in die Kategorie "Fehler" einordnen.
2. Standardwebparts gehen verloren
In einer SharePoint-Site, die aus den Standard-Vorlagen (Teamwebsite, etc.) angelegt werden, stehen einige nützliche Webparts, wie z.B. das Inhalts-Editor-Webpart zur Verfügung. Wird eine Site als Template gespeichert, und dann mit STSADM -o addtemplate in den globalen Vorlagenkatalog aufgenommen, sodass die Vorlage auch für eine Site-Collection verwendet werden kann, dann fehlen genau diese Webparts, nachdem basierend auf der Vorlage eine neue Site-Collection angelegt wurde. Sie können zwar über "Auffüllen" wieder in den Webpartkatalog aufgenommen werden, aber das ist trotzdem ärgerlich, vor allem, wenn die Site-Collections automatisiert angelegt werden, also kein Administrator anschließend "auffüllen" kann. Auch dieses Verhalten würde ich in die Kategorie "Fehler" einordnen, wobei dies wie gesagt nur auftritt, wenn die Vorlage mit STSADM zugefügt wurde.
3. Gruppen/Rollen werden nicht korrekt in die Vorlage übernommen
Für mich gehört zu einer Vorlage auch, dass Vorbereitungen für die Berechtigungen gemacht werden können, also SharePoint-Gruppen angelegt und diese Gruppen in Listen und Bibliotheken verwendet werden können, sodass die Zugriffe entsprechend eingestellt werden können. Nicht immer dürfen die Teilnehmer einer Site wirklich in allen Listen und Bibliotheken schreiben. Jetzt zunächst die gute Nachricht: wird für eine Vorlage eine Rolle/Gruppe angelegt, dann steht diese Gruppe auch nach der Anwendung der Vorlage zur Verfügung. Die schlechte Nachricht: wurde eine Bibliothek oder Liste mit eigenen Berechtigungen konfiguriert, dann wird nach dem Anwenden der Vorlage wieder die Vererbung in Kraft gesetzt. D.h., die in der Vorlage eingestellten Berechtigungen in der Liste oder Bibliothek gehen verloren. Auch hier würde ich gern von einem "Fehler" sprechen, aber mit den richtigen Argumenten würde ich mich ja vielleicht auch überzeugen lassen, dass es sich eher um ein "Feature" handelt.
Insgesamt wurden meine Hoffnungen, mit Websitevorlagen recht gut Grundstrukturen zu schaffen, drastisch gedämpft. Vielleicht habe ich ja die Latte auch einfach nur zu hoch gehängt, aber ärgern tue ich mich trotzdem.